Cybermobbing:
Wie können Sie Ihr Kind schützen?
Was ist Cybermobbing?
Soziale Netzwerke, Messenger, Foren, Online-Spiele … Heutzutage macht Mobbing nicht mehr vor der Haustür Halt. Es kann Kinder jederzeit über digitale Medien treffen.
Cybermobbing bezeichnet vorsätzliche und wiederholte Angriffe im Internet, die das Wohlbefinden, das Selbstvertrauen und den Alltag eines Kindes beeinträchtigen können.
Cybermobbing erkennen
5 Merkmale helfen dabei, eine Situation von Cybermobbing zu erkennen
- 1Die Absicht, zu verletzen
Der Täter will dem Opfer Schande bereiten, es bedrohen oder ihm Schaden zufügen.
- 2Die Wiederholung der Vorfälle
Die Angriffe wiederholen sich im Laufe der Zeit, sowohl online als auch offline.
- 3Ein Machtungleichgewicht
Popularität, Alter oder digitale Kompetenz können genutzt werden, um das Opfer zu dominieren.
- 4Ein bestehender sozialer Kontext
Cybermobbing ist oft die Fortsetzung von Mobbing in einer realen Gruppe: Schule, Sport, Freundeskreis.
- 5Auswirkungen auf das Opfer
Die Angriffe schaffen ein demütigendes Klima und beeinträchtigen den Alltag.
Wie kann ich feststellen, ob mein Kind Opfer von Cybermobbing ist?
Kinder trauen sich nicht immer, über Mobbing im Internet zu sprechen. Aus Angst oder Scham schweigen sie vielleicht. Bestimmte Anzeichen können Sie darauf aufmerksam machen.
Emotionale Signale
Ungewöhnliche Stimmungsschwankungen wie:
- Plötzliche oder anhaltende Traurigkeit
- Angst beim Erhalt von Benachrichtigungen
- Reizbarkeit oder übertriebene Reaktionen
- Verlust des Selbstvertrauens
- Schlafstörungen
Tipp:
Wenn Ihr Kind nach einer Nachricht aufgebracht wirkt, sprechen Sie es ruhig darauf an: „Ich habe den Eindruck, dass dich etwas bedrückt. Möchtest du darüber reden?“.
Verhaltensänderungen
Bestimmte Verhaltensänderungen können auf Cybermobbing hindeuten:
- Weigerung, zur Schule zu gehen
- Rückzug
- Vermeidung des Smartphones
- Verschlechterung der schulischen Leistungen
Tipp:
Sprechen Sie regelmäßig über das Online-Leben Ihres Kindes, um einen natürlichen Dialog aufrechtzuerhalten: „Welche Spiele oder Apps nutzt du gerade?“.
Wie soll ich reagieren, wenn mein Kind Opfer von Cybermobbing wird?
In Bezug auf den Autor
- Reagieren Sie nicht auf hasserfüllte Nachrichten: Das kann die Belästigung noch verstärken.
- Blockieren Sie den oder die Verfasser, um jeden weiteren Kontakt mit Ihrem Kind zu verhindern.
Online
- Melden Sie die Inhalte auf der betreffenden Plattform oder App (Instagram, TikTok, Snapchat usw.).
- Bewahren Sie Beweismittel auf: Screenshots, Nachrichten, Fotos, E-Mails oder Zeugenaussagen. Achten Sie darauf, das Datum des Vorfalls zu notieren.
- Beantragen Sie die Entfernung eines Inhalts aus einer Suchmaschine, damit er bei einer Suche mit dem Namen des Opfers nicht mehr angezeigt wird.
Informieren und Hilfe suchen
- Informieren Sie die Schule in Absprache mit Ihrem Kind, wenn die Vorfälle andere Schüler betreffen.
- Lassen Sie sich von Fachorganisationen beraten.
- Wenden Sie sich an die Polizei, wenn die Situation schwerwiegend ist oder andauert.
Je früher eingegriffen wird, desto besser lassen sich die Folgen begrenzen.
Richtiges Verhalten mit Ihrem Kind üben
- Achten Sie auf Anzeichen, die auf Mobbing hindeuten könnten
- Unterstützen Sie Ihr Kind und erinnern Sie es daran, dass es keine Schuld trifft
- Loben Sie es dafür, dass es darüber spricht, ohne ihm Schuldgefühle einzureden
- Entscheiden Sie gemeinsam, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen
- Halten Sie den Dialog aufrecht und begleiten Sie es langfristig
Cybermobbing: Der Täter, das Opfer und der Zeuge
Cybermobbing kann durch das Teilen von Beiträgen und Reaktionen schnell zu einem Gruppenphänomen werden. Dabei lassen sich drei Rollen unterscheiden: die Täter, das Opfer und die Zeugen.
Was kann ich tun, wenn mein Kind Zeuge von Cybermobbing wird?
Ein Kind kann Zeuge von Cybermobbing sein, ohne selbst daran teilzunehmen. Dennoch kann seine Reaktion die Situation verschlimmern oder dazu beitragen, sie zu beenden.
Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihr Kind unterstützen können, wenn es Zeuge von Cybermobbing wird:
- Nicht am Mobbing teilnehmen: Erklären Sie ihm, dass das Liken oder Teilen einer verletzenden Nachricht das Mobbing verstärken kann
- Das Opfer unterstützen: Schon eine einfache Botschaft der Unterstützung kann der betroffenen Person helfen. Erinnern Sie es daran, dass hinter jedem Bildschirm ein echter Mensch steckt.
- Inhalte melden: In den meisten sozialen Netzwerken und Spielen gibt es die Möglichkeit, missbräuchliches Verhalten zu melden.
- Mit einem Erwachsenen darüber sprechen: Wenn ihm die Situation ernst erscheint oder ihm Unbehagen bereitet, kann es mit einer Vertrauensperson darüber sprechen.
Was kann ich tun, wenn mein Kind andere im Internet mobbt?
Zu erfahren, dass das eigene Kind jemanden online mobbt, kann schwer sein. Das Ziel ist es, ihm zu helfen, sein Handeln zu verstehen und sich online respektvoll zu verhalten.
Sprechen Sie ruhig mit ihm darüber:
- Erklären Sie ihm, dass Mobbing inakzeptabel ist; verurteilen Sie ihn nicht, sondern hinterfragen Sie sein Verhalten.
- Helfen Sie ihm, Verantwortung zu übernehmen: Was wie ein „Scherz “erscheinen mag, kann in Wirklichkeit verletzend und strafbar sein.
- Fördern Sie Empathie: Fragen Sie ihn, wie er sich in derselben Situation fühlen würde.
- Suchen Sie gemeinsam nach Wegen, die Situation zu beenden und den entstandenen Schaden wiedergutzumachen (z. B. über sorrybox.be).
- Vermeiden Sie es, das Internet zu verbieten: Bringen Sie ihm bei, sich online positiv und respektvoll zu verhalten.
Wie kann man Cybermobbing vorbeugen?
Prävention beginnt mit Dialog und Begleitung. Indem Sie Ihrem Kind helfen, gute Online-Gewohnheiten anzunehmen, können Sie das Risiko von Cybermobbing verringern:
- Sprechen Sie regelmäßig über sein Online-Leben und die sozialen Netzwerke, die es nutzt.
- Machen Sie ihm bewusst, wie wichtig Respekt im Internet ist: Hinter jedem Bildschirm steckt ein echter Mensch.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, sich zu äußern, wenn es sich unwohl fühlt oder wenn es Zeuge verletzenden Verhaltens wird.
- Legen Sie gemeinsam Regeln für die Nutzung des Smartphones und des Internets fest: Bildschirmzeit, akzeptables Verhalten, Teilen von Fotos oder Informationen.
- Erklären Sie die Risiken im Internet: Was im Internet veröffentlicht wird, kann gesehen, geteilt und lange sichtbar bleiben.
- Nutzen Sie die Kindersicherung, um die Nutzung des Smartphones zu überwachen.
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Mit Mobile Kids+ bietet Proximus einen Handy-Abonnement für Kinder an, der Eltern dabei hilft, ihr Kind zu schützen und die Nutzung des Smartphones zu begleiten:
- Verwaltung der Bildschirmzeit Ihres Kindes
- Filterung bestimmter Inhalte und Apps
- Online-Begleitung durch pädagogische Inhalte






